Jubiläum in Nordhalben

ATSV - Spielmannszug Nordhalben feierte 50 – jähriges Jubiläum
Dass der ATSV-Spielmannszug ein besonderer Musikkörper in der Heimatregion ist,
wurde in allen Ansprachen und Grußworten des Jubiläumsfests deutlich
herausgehoben. Die Nordhalbener und zahlreiche Gäste feierten vom 26. – 28. Mai
2006 ihren klingenden Botschafter, der vor 50 Jahren gegründet wurde.

NORDHALBEN - Daneben wurde auch seine Rolle als Wegbereiter und „Lehrmeister" für
die meisten anderen Spielmanns- und Musikzüge im Turngau Frankenwald immer wieder
unterstrichen.
Selbst der Schirmherr, Landrat Oswald Marr, hatte schon das Trommeln unter dem ersten
Nordhalbener Stabführer und Gaufachwart Hans Wunder gelernt, wie er den Festgästen
gern erzählte.
Höhepunkt des Spielmannszug - Jubiläums war am Sonntag ein Großkonzert von sieben Zügen
auf dem Lindenplatz vor zahlreichen Zuhörern und anschließendem Festmarsch in die
Nordwaldhalle.

Beeindruckend das Großkonzert aller anwesenden Spielleute auf dem Lindenplatz

Dort präsentierten sie sich im Einzelspiel, nachdem sie bereits zuvor „Ständerla" an verschiedenen
Plätzen gespielt hatten und dann zur Ortsmitte marschiert waren. Aus allen Richtungen
erschollen die typischen Klänge der Trommeln, Fanfaren, Flöten und Lyras. Die bald 150
Spielleute aus Bad Rodach, Coburg - Neuses, Creidlitz, Schmölz, Kronach, Unterrodach, Naila
und Nordhalben boten nicht nur ein farbenprächtiges Bild mit ihren blitzenden Instrumenten.
Das erstaunlich präzise Zusammenspiel unter ihren drei Stabführern Landeswart Gerhard
Sterzl (Kösching), Walter Wich-Herrlein (Marktrodach) und Helmut Beetz (Nordhalben) ergab
einen imposanten Klang, der nicht nur die Turnerherzen vor Freude hüpfen ließ, sondern
jeden Musikfreund begeisterte. Selbst das Wetter war wohlgesonnen, nachdem es am Vortag
die Kirchenparade auf den letzten Metern noch kräftig geduscht hatte.
Das Fest wurde am Freitagabend mit einem Tanz in der Halle eröffnet. Am Samstag
feierte Pfarrer Hans Martin den katholischen Festgottesdienst im Gedenken an die verstorbenen
Spielleute mit den Vereinen.

Samstagnachmittag führte der Jubiläumszug die örtlichen Vereine in die Kirche

Mit einer Fahnenabordnung zogen die Festgäste dann hinaus in die Halle. Für den Abend hatten
die Ausrichter ein gemeinsames Programm mit der Nordhalbener Musikkapelle, die auch
den Gottesdienst mitgestaltet hatte, vorbereitet.
Mehrere Stücke wurden gemeinsam gespielt, wobei erstmals auch Kesselpauken mitwirkten.

Erstmals wurden auch Kesselpauken eingesetzt

Beide Klangkörper krönten ihre bisherigen gemeinsamen Auftritte mit fünf Stücken, die mit
großem Applaus honoriert wurden.
Der Jubiläumszug spielte dazwischen solo verschiedene Märsche, den Rest des Abends
bestritt die Musikkapelle. Nicht nur die anwesenden Fachleute registrierten dabei die bereits
deutlich erkennbare Handschrift ihrer jeweiligen neuen Leiter, die ihre Gruppen moderner
denn je präsentierten.

Spielmannszug und Musikkapelle harmonierten hervorragend

Schirmherr Oswald Marr sagte dem Kulturträger des Landkreises weitere Unterstützung zu
und unterstrich dies mit einem Jubiläumsgeschenk.. „Kein anderer Verein hat den Namen der
Heimatgemeinde so weit und so oft in das In- und Ausland hinausgetragen, wie der Spielmannszug
des ATSV" bestätigte Bürgermeister Josef Daum. Er lobte die Jugendarbeit auch
als wichtigen Beitrag zur Gesellschaftspolitik und gratulierte mit einem Präsent der Marktgemeinde.
Der Landesfachwart für das Spielmannszugwesen im Bayerischen Turnverband, Gerhard
Sterzl, sagte Dank, dass die Nordhalbener bei vielen Turnfesten maßgeblich mit zum
Gelingen beigetragen hätten.

Landeswart Gerhard Sterzl am Festabend bei seiner Begrüßungsrede. Hinterher nahm er auch die Ehrungen vor

Weiter hob er die ehrenamtliche und unentgeltliche Ausbildungsarbeit im Verband hervor, auf
die auch Walter Wich-Herrlein als Gau-Fachwart einging. Die Kameradschaft der Nordhalbener
und ihrer Fachkräfte sei vorbildlich. Im Namen der örtlichen Vereine überreichte der
Vorsitzende des Musikvereins, Karlheinz Schuberth, einen Scheck über 1075 Euro und gratulierte damit dem Jubiläumszug.
Heimatdichterin Helga Simon hatte dem Geburtstagskind ein Gedicht gewidmet, in dem sie in
ihrer bekannten Art dessen Geschichte humorvoll betrachtete. Erfreulicherweise konnten noch
sieben Gründungsmitglieder begrüßt werden, die ein Erinnerungsgeschenk erhielten.
Die anwesenden Verbandsvertreter nahmen anschließend die Ehrungen für langjährige
Mitglieder vor.
Seit zehn (und mehr) Jahren aktiv sind Harald Bayerkuhnlein, Stefanie Beetz, Ulrich Kübrich.
Bereits seit 15 Jahren halten Barbara Müller, Dietmar Müller und Sonja Neubauer dem
Spielmannszug die Treue. Weiter seit 20 Jahren im Verein sind Thomas Lunk, Jörg Schnappauf
und Reinhold Wrobel, seit 30 Jahren Matthias Göring, Norbert Herold, Udo Simon und
Berthold Wunder, seit 40 Jahren Helmut Beetz und seit 50 Jahren Heinz Lautenschläger.
Beetz und Lautenschläger erhielten noch gesonderte Ehrenabzeichen.

Die geehrten Spielleute. Mit im Bild links Landeswart Gerhard Sterzl und Bezirkswart Raimund Schuh, rechts Bürgermeister Josef Daum, 1. Vorsitzender Rudolf Ruf, Landrat Oswald Marr und Gaufachwart Walter Wich-Herrlein.

ATSV-Vorsitzender Rudolf Ruf würdigte den „Marsch durch die Jahrzehnte" seiner
klingenden Abteilung. Nach dem Deutschen Turnfest in Hamburg 1953 wurde der
Wunsch nach einem eigenen Spielmannszug verwirklicht, den der damalige Vorsitzende
Karl Hundt maßgeblich förderte und der beim ersten Probeauftritt auch als Stabführer
fungierte. 1956 erfolgte die Gründung.
Abteilungsleiter war Hans Wunder bis 1981, gefolgt von dem im November 2005 verunglückten
Werner Köstner. Beide Namen wurden von allen Festrednern als Säulen des
Spielmannswesens im Turngau Frankenwald und als darüber hinaus bekannte Vertreter
herausgehoben, die in fachlicher wie kameradschaftlicher Hinsicht Vorbilder waren.
Helmut Beetz, der nun den Stab übernommen hat, galten die Glückwünsche für eine weitere
erfolgreiche Zukunft des Traditionszugs.

Auch die noch lebenden Gründungsmitglieder wurden geehrt

Nach dem Festnachmittag klang der Sonntag mit einem Unterhaltungsabend gemütlich
aus.
Die Gäste in der vollbesetzten Nordwaldhalle konnten auch die letzten 50 Jahre des Spielmannszugs
mit seinen kleinen und großen Auftritten in einer Fotoschau von Gerd
Ströhlein und Norbert Herold mitverfolgen. Und selbst das komplette Jubiläumsfest war
schon mit Bildern von Norbert Neugebauer auf der Leinwand zu sehen, wie die Teilnehmer
verblüfft feststellten.